Wer das erste Mal nach Immensen kommt, mag denken: Ein großes Dorf, aber sonst wohl nichts Besonderes. Bei näherer Betrachtung und unter sachkundiger Führung zeigt aber dieser Ort - heute Stadtteil von Lehrte - durchaus mancherlei Reize. Beginnen wir den Rundgang an zentraler Stelle, der Kirche mitten im Dorf.
Die Ev.-luth. St. Antonius-Kirche ist unübersehbar, nicht allein wegen ihres Kirchturms, sondern weil sie buchstäblich auf der Straße zu liegen scheint. Diesen Eindruck hat man jedenfalls, wenn man von Westen her in den Ort kommt. Die aparte Bauweise - der Turm an der Südwestecke des Langschiffs - ergibt sich aus der Baugeschichte. Bis 1901 war sie nämlich eine Kapelle, die seit 1414 nachweisbar ist und kirchlich zu Steinwedel gehörte. Mit der Gründung einer selbständigen Kirchengemeinde für Immensen mußte natürlich das Gotteshaus auch optisch herausgeputzt werden. Die Kapelle wurde nach Süden hin verbreitert und das bisherige Zwiebeltürmchen auf dem Langschiff durch einen markanten Turm an der Ecke ersetzt.
Für ein Pfarrhaus war in der Ortsmitte kein Platz mehr vorhanden. Es wurde ebenfalls zu Beginn des Jahrhunderts am Ortsausgang nach Arpke errichtet und erinnert ein bißchen an die "Rübenburgen" wohlhabender Bauern, wie sie um die Jahrhundertwende vielfach in den Dörfern dieser Gegend entstanden.
Der Name des Schutzpatrons des Gotteshauses, Antonius, wurde erst 1978 durch den Ortschronisten wiederentdeckt. Als die Kirchengemeinde Räumlichkeiten unmittelbar vor dem Eingang zur Kirche für die Arbeit mit ihren verschiedenen Gruppen anmieten konnte, wurde diesem "Kirchentreff" der Name des Schutzheiligen gegeben. Seitdem versammelt man sich "im Antonius".
Obwohl die Kirche ihre äußere und innere Form erst zu Beginn unseres Jahrhunderts erhielt, lohnt sich ein Blick hinein. Sie ist für Besucher zumeist tagsüber geöffnet.
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